Biografie
 

Tief gehende Recherchen in der Fotokiste meiner Eltern konnten beweisen, dass ich meine erste E-Gitarre im Alter von vier Jahren bekommen habe! Damals waren mir Akkordarbeit und Fingerübungen noch ein Graus, und daher habe ich mich eher auf Performance und Bühnenpräsenz konzentriert. Das hatte zur Folge, dass ich bei einer meiner täglichen Übungsstunden die ultimative Zugabenperformance einstudieren wollte und die Gitarre publikumswirksam auf dem Boden zerschlug. Leider konnte kein Gitarrenbauer den Schaden reparieren, da sie damals noch alle ausschließlich mit Holz arbeiteten und noch niemand die Zeichen der Zeit erkannte und sich mit Kunststoff befasste. Schweren Herzens musste ich mich dann leider von ihr trennen, wobei ich ohnehin nicht so auf das helle Griffbrett stand. Aber die Wurzeln waren gelegt!

Mit 6 Jahren begann dann die musikalische Früherziehung mit Hilfe einer Moeck-Blockflöte. In der Grundschule war ich begeisterter (?!?!) Teilnehmer an der Flöten-AG, mit der ich auch meine ersten Auftritte absolvierte. Das erste ernstzunehmende Saiteninstrument erhielt ich dann im Alter von 8 Jahren, eine echte deutsche Hopf Akustikgitarre, die mir mein Vater hinter dem Rücken meiner Mutter kaufte. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber sie ließ mich gewähren. Schließlich war es ja nur ein akustisches Instrument ohne elektrische Verstärkung und konnte daher nicht übermäßig viel Krach verursachen. Das sollte sich ändern...


4. Geburtstag

Mein 4. Geburtstag, gemeinsam mit meinem Bruder Frank, meiner Mutter und meinem Geschenk: die erste GItarre!
 


Der erste Bass

Mein erster Bass: ein Squier Precision mit legendärem Fender-Gurt!
 

Obwohl ich mich wirklich redlich mühte und mir die Grundlagen für solides Gitarrenspiel erarbeiten wollte, waren mir 6 Saiten, mit denen man auch noch gleichzeitig mehrere Töne erzeugen soll, irgendwie zuviel. Glücklicherweise brachte mein Bruder Frank eines Tages einen E-Bass nach Hause, den ich umgehend in die Finger nahm und daran herumzupfte. Sofort fielen mir die Vorteile dieses Instruments auf: weniger Saiten, und man muss im Normalfall nur einen Ton auf einmal spielen, der mit etwas Glück nicht mal der richtige sein muss, da die tiefen Frequenzen eh meist verwischen. Und so entschied ich im Alter von 13 Jahren, dass der E-Bass von nun an "mein" Instrument sei!

Und so verbrachte ich meine Teeniejahre mit dem Erzeugen von tieffrequenten Tönen, die ich zu allem Überfluss mit Hilfe eines 100 Watt Marshall-Topteils plus 4x12"-Box verstärkte - zur Freude der anderen 20 Mietparteien, die im gleichen Wohnblock wohnten... Früh entdeckte ich dann auch meine musikalischen Vorbilder, denen ich auf dem Bass nacheifern wollte, es waren Rock-Bassisten wie John Entwisthle und vor allem Billy Sheehan, die mich mit ihrem virtuosen und kraftvollen Spiel inspirierten. Die zu dieser Zeit erschienenen Solo-LPs von David Lee Roth, auf denen Billy mit Steve Vai und Gregg Bissonette in Davids Band spielte, waren lange Jahre meine tägliche Übungsroutine, und ich versuchte jedes Lied Note für Note mitzuspielen - manchmal auch mit herunter gebremstem Plattenspieler...

Meine erste Band gründete ich mit 16, gemeinsam mit einem sehr talentiertem Keyboarder und einem sehr talentiertem Schlagzeuger. Da Bernie, der Keyboarder, sehr auf Toto und Yes stand, versuchten wir, deren Songs nur mit Keyboard, Bass und Schlagzeug nachzuspielen. Da wir keinen Gitarristen hatten, musste ich die Akkorde auf dem Bass spielen. Das brachte mir irgendwann den Titel "Lead Bassist" ein. Meinem Wunsch nach einem zusätzlichem Rhythmus-Bassisten wurde allerdings nie nachgegeben. In späteren Bands nahm ich dann doch die ursprünglich vorgesehene Bassistenrolle ein und kümmerte mich um um die Grundtonerzeugung, aber nicht ohne meine Mitmusiker durch regelmäßige Soloeinwürfe aus dem Takt und der Fassung zu bringen...

Nicht nur mein musikalischer, sondern auch mein technischer (und mein optischer...) Weg ist geprägt von diversen Experimenten. So kann man z.B. auf dem rechten Bild neben eines ziemlich üblen Outfits meinen Squier-Bass von oben sehen, nachdem ich ihn vom Werkszustand befreit und mit diversen Modifikationen versehen habe. Am Ende verfügte er über EMG-Pickups, einen Hipshot D-Tuner, goldene "Maxima"-Saiten, eine XLR-Buchse für eine externe Stromversorgung und ein Custom-Pickguard- und -Headstock-Design aus DC-FIX... Zudem habe ich - meinem Vorbild Billy Sheehan nachfolgend - das Griffbrett ab dem 13. Bund mit Fräse und Feile ausgehöhlt, um die Saiten besser ziehen zu können. Das alles im Keller meiner Eltern, wobei ich anmerken muss, dass Palisanderholz extrem staubt, färbt und kaum wieder rausgeht. Ich habe ihre Geduld wirklich auf die Probe gestellt...


Fieses Outfit und fieser Bass

Der malträtierte Squier und ein fieses frühes 90-Jahre-Outfit
!
 

Guitar Center Los Angeles

Ein Versuch, es mal wieder mit mehr als 4 Saiten zu probieren:
Conklin 7-Saiter Bass, im Showroom des Guitar Center, Hollywood

 

Mit den Jahren wurden die Haare länger und die Saiten wieder mehr. Und inzwischen durfte ich den ein oder anderen musikalischen Erfolg auf überregionaler Ebene erleben und auch so manche prominente Hand schütteln. Eins meiner ersten internationalen Erlebnisse war meine Tätigkeit als Bassist und Backgroundsänger bei der Band "The Winners", die u.a. den Nummer 1-Hit "Go for Gold", den Titelsong der Olympischen Sommerspiele in Seoul hatten. Mit The Winners waren wir damals auf den Philippinen, um die Videoclips zur CD "Island of sun" aufzunehmen, die der Soundtrack zur Fernsehserie "Klinik unter Palmen" war. Bei dieser Gelegenheit lernte ich z.B. TV-Arzt Klaus-Jürgen Wussow, "Winnetou" Pierre Brice und Raimund Harmstorf kennen, und wir durften in einer Folge sogar mitspielen, als für eine Strandbar-Szene eine Begleitband gebraucht wurde. Kurioserweise spielte ich dabei den Schlagzeuger... Die Musikvideos wurden anschließend auf verschiedenen Musiksendern wie Viva und MTV gesendet. Bei Viva moderierte zu der Zeit noch Stefan Raab, der uns in eine seiner Sendung als Gäste eingeladen hatte. Bei der Gelegenheit habe ich mit ihm vor der Aufzeichnung eine kleine Bass-Ukulele-Improvisation gejammt.

Aber auch meine eigene Band "What4" durfte einen gewissen regionalen Erfolg erleben, und wir haben es immerhin dazu gebracht, dass ProSieben unseren Song "All behind" mehrere Wochen lang täglich gespielt hat. Live standen wir dann mit Größen wie den No Angels, DJ Ötzi oder Die Söhne Mannheims auf der Bühne. Und inzwischen bekomme ich hin und wieder auch mal einen Anruf, um für andere Bands oder Musiker im Studio einzuspielen, oder auch bei Bands auszuhelfen, wenn der eigentliche Bassist mal nicht kann. Glücklicherweise habe ich in den vergangenen Jahren eine Menge Songs lernen müssen, sodass ich inzwischen meistens auf das Schlimmste gefasst bin, wenn ich irgendwo hinkomme.

Seit 2004 geht es nun stetig bergauf. Vor allem die Angebote, Ritter Basses und Gallien-Krueger zu endorsen, gingen mir runter wie Öl und waren eine immense Anerkennung, auf die ich sehr stolz bin! Um deren Vertrauen nicht zu enttäuschen, habe ich mich dann auch gleich dran gemacht, eine Solo-CD aufzunehmen, deren Veröffentlichung dieses Jahr geplant ist. Der Titel lautet "Bass Invader" und beinhaltet auf einigen der 14 Tracks, die fast ausschließlich mit Bass gespielt sind, zwei hochkarätige und weltberühmte Musiker, nämlich Gregg Bissonette am Schlagzeug und Mattias IA Eklundh an der Gitarre, die mich bei verschiedenen Tracks unterstützen. Dies ist bislang der Höhepunkt meines musikalischen Schaffens, und ich bin sehr stolz auf diese CD!

Soweit meine Biografie. Vielleicht etwas kurz, aber ich bin ja noch jung...


Martin Motnik - Darkseed stage

Dort fühle ich mich am wohlsten: auf der Bühne!

 

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