|
19.
Mai 2005:
Kapitel 6: Es ist
vollbracht
Ziemlich genau ein Jahr ist
es her, dass ich auf der Musikmesse 2004 Jens Ritter und seine
wunderbaren Bässe kennen gelernt habe. Sofort habe ich mich verliebt,
nicht in Jens, sondern in seine Instrumente, und so haben Jens und ich
nur knappe 3 Wochen später beschlossen, gemeinsam ein Instrument nach
meinen Anforderungen und Wünschen zu entwickeln, das er dann bauen
würde.
Jetzt, ein gutes Jahr
später, ist es dann soweit: nach langem Warten, Hoffen und Bangen,
besuchte mich Jens im April 2005 höchstpersönlich in München und brachte
mir mein neues Baby nach Hause. Es war wie Weihnachten
für mich, als ich den Koffer öffnen durfte:

Edel in mattem Schwarz gekleidet lag der
Bass in schwarzem Samt. Nach kurzem Bestaunen musste ich ihn natürlich
dann auch einem Trockentest unterziehen. Vom ersten Augenblick an fühlte
er sich großartig an:
Natürlich wollte der
Meister selbst auch noch einmal gebührend Abschied nehmen von seinem
Instrument, in das er zahllose Stunden sorgfältigster Handarbeit
gesteckt hat - und das ihm so manchen ungeduldigen Telefonanruf
meinerseits beschert hat...:

Geprüft und für gut
befunden, vollendeten wir den Bau meines ersten Ritter Basses mit einem
kräftigen Handschlag:

Hier ist er nun in voller
Pracht zu sehen:

Im Grunde sind die
Modifikationen, die ich haben wollte, Detailänderungen, die mir
persönlich aber das Spielen leichter machen. Eine nicht wirklich
sichtbare Modifikation ist ein etwas flacherer Hals, der sehr angenehm
in der Hand liegt und schnelle Läufe ermöglicht.
Darüber hinaus habe ich
Jens gebeten, die Ausgangsbuchse, die normalerweise vorne ist, auf die
Rückseite zu legen. Gerade wenn ich mit einem Sender spiele, ist dann
kein Kabel mehr zu sehen, das vom Bass weg geht, was ich ästhetischer
finde. Ein weiterer Vorteil davon ist jedoch, dass kein Kabel mehr
stören kann, wenn man die Regler bedienen möchte:
Ein weiteres Detail sind
eingebaute Side-LEDs, die die Position der Bünde anzeigen. Gerade auf
dunklen Bühnen ist das sehr hilfreich, wenn man gerade mal nicht weiß,
wo man sich auf dem Griffbrett befindet:
Ein wenig Eitelkeit darf
doch sicher sein, wenn man sich sein Trauminstrument bauen lässt, oder?
Deswegen habe ich mir im 12. Bund ein Inlay einlegen lassen, auf dem
mein Namensschriftzug steht. Und als ob das nicht genug wäre, leuchtet
dieses ebenfalls blau, wenn man die Side-LEDs einschaltet. Ich denke,
die Diebstahlsgefahr für den Bass dürfte ich damit deutlich gesenkt
haben...:
 
Jens hat mir dann noch
eine Widmung auf die Rückseite der Kopfplatte geschrieben:

Und das ist die
Seriennummer von meinem neuen Baby:

Wer sich nun noch für die
genauen Details von 0419 interessiert, was die verwendeten Hölzer,
Elektroniken, Hardware etc. angeht, kann sich gerne das von Jens Ritter
erstellte
Zertifikat im PDF-Format anschauen.
Damit ist die Geschichte
von "Bass in progress" zu Ende. Eigentlich hatte ich den Bau für mich
selbst dokumentiert, um mir die Wartezeit ein wenig zu vertreiben.
Erstaunlicherweise habe ich in der Zeit einige Reaktionen erhalten, die
die Geschichte nett fanden und mit mir mitfieberten. Ich habe mich sehr
über diese Feedbacks gefreut und grüße alle ganz herzlich, denen diese
Story gefallen hat. Vielleicht kommt ja irgendwann mal ein weiterer
Ritter dazu, dessen Bau ich mitverfolgen kann und dann wieder hier
aufschreibe. Aber nun gilt es erstmal, zahlreiche tiefe Töne mit 0419 zu
spielen. Geht einfach hin und wieder auf die
Audio-Seite und hört mal rein,
was wir beide zusammen aufnehmen.
In diesem Sinne bis bald!

Martin Motnik
Zurück zur Übersicht |