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Darkseed (13.01.2005)wir wollten ein Album schreiben, das 100% die Band wiedergibt![]() Die Münchner Gothic Metaller Darkseed werden ihren sechsten Longplayer mit zwölf
Songs für Massacre Records am 24. Januar 2005 veröffentlichen.
Kompromisslos tiefe Gitarren, ausgefeilte Elektronikarbeit, die nicht in
Selbstdarstellung ausartet, sondern stets zur atmosphärischen Untermalung
dient, melodisch düsterer Gesang im Wechselspiel mit der unverkennbar
durchbrechenden harten Stimme - verpackt in eingängige Songstrukturen -
das zeichnet »Ultimate Darkness« aus. Wie habt ihr Euch kennen gelernt? Und wie seid ihr auf die Idee gekommen, zusammen eine Gothic Metal Band zu gründen, daaamals ...? Da es Darkseed bereits seit zwölf Jahren gibt und die Zeit
stets mit Besetzungswechseln übersät war, ist die Frage nach dem
Kennenlernen etwas schwierig innerhalb eines Interviews zu beantworten.
Mit mir am längsten ist Gitarrist Tommy Herrmann in der Band, wir haben
uns auf einem Konzert 1995 kennengelernt, bzw. einige Wochen früher am
Telefon und dieses Konzert als Besprechungsort ausgesucht (wohl nicht so
sinnvoll, weil es sehr laut war). Ihr habt keinen Frauengesang in der Band, der ja klassisch ist für eine Gothic Metal Band. Warum ist das so? Ich meine, wolltet ihr Euch bewusst von dieser klassischen Art von Gothic Metal wegbewegen? Wir wollten ein Album schreiben, das 100% die Band wiedergibt.
Wir haben früher des öfteren mit weiblichem Gesang gearbeitet, aber
heutzutage klingt das allzu leicht nach »typischem Gothicmetal«, was wir
vermeiden wollten. Unsere Botschaft lautet bei diesem Album »Es steht
Darkseed drauf, es ist 100% Darkseed drin« (auch was die Aufnahmen im
eigenen Studio betrifft). Zumal wir uns im Zeitalter von Bands mit
ausschließlich weiblichem Gesang als »männliche Alternative« (ja, klingt
doof) mit viel Härte auf dem Gothic-Metal-Markt präsentieren wollen. Immer mal wieder sickert der Name Darkseed durch, allerdings gibt es nie eine große Story zu lesen etc., obwohl ihr schon immer auf großen Labels zu Hause wart und den Gothic Metal geprägt habt ... Da greifst du einen guten Punkt auf. Da muss ich allerdings uns
die Schuld in die Schuhe schieben. Unsere Musik war selten gut produziert
und auch in punkto Songwriting hat es nie gereicht, wirklich
Aufmerksamkeit zu erregen, da das Material nie einfach zu verdauen war (zu
viel musikalische Information auf einmal, sehr schwermütig etc.). Das
ganze dann noch gepaart mit den mangelnden Live-Auftritten. Wir waren
bisher stets ein Insidertipp, aber die Fans, die zu uns gefunden haben,
sind uns seit vielen Jahren treu geblieben. Für diese Fans ist auch die
Bonus-CD gedacht. Sie enthält viele alte unreleased Tracks, die zwar nicht
viel mit den heutigen Darkseed zu tun haben, aber doch für die »alten
Fans« sicherlich ein willkommenes Geschenk sind. Mit »Ultimate Darkness«
werden wir sicherlich mehr Leute ansprechen, da es einfach mehr den
gängigen Kritierien in punkto Catchyness und Aussage entspricht. Du sagst gerade, dass Darkseed Deine erste Band ist. Ihr seid aber schon seit 1992 im Geschäft und habt schon acht Alben released. Wo ist die große Headliner-Tour? »Ultimate Darkness« ist das sechste Full-Length Album, davor eine Mini-CD und einen Re-Release. Große Headlinertour, nunja, ich denke die wird es so schnell nicht geben. Wir sind erstmal froh, wieder auf die Bretter zu kommen, und es werden sicherlich einige Headlinergigs dabei sein. Aber für eine Tour im Headliner-Rahmen reicht die Bekanntheit glaube ich noch nicht ganz aus. Aber mal sehen, wie sich die neue CD entwickelt, ich bin zu allen Schandtaten bereit. Wie sieht es generell aus mit einer Tour oder Konzerten? Gibt es schon ein paar feste Daten oder steht alles noch in den Sternen? Wir haben mit Extratours einen kompetenten Partner in punkto Konzertorganizing gefunden und rechnen mit recht vielen Einzelauftritten, inklusive Festivals. Konkrete Termine gibt es noch nicht, aber unsere Homepage http://www.darkseed.com/ ist stets auf dem neuesten Stand. Ich denke, dass spätestens Mitte Februar konkrete Termine feststehen. Das klingt doch schon mal nach Etwas! Auf welchem Festival würdest Du gerne mal headlinen? Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan von Festivals, ich freue
mich eher auf die ganz kleinen Konzerte, auf denen man den Spaß der Fans
richtig spüren kann, und nicht nur in ihre müden Augen sieht, weil sie auf
dem Festivalgelände schlecht geschlafen haben oder die vorherige Nacht zu
lang war. Zurück zum neuen Album »Ultimate Darkness«. Wo habt ihr Euer neues Album »Ultimate Darkness« aufgenommen? Wie sieht die Arbeit aus, wenn ihr Songs schreibt? Wie geht es vonstatten? Aufgenommen wurde das Album in den bandeigenen Helion Studios
unter der Leitung von Darkseed Gitarrist Thomas Herrmann. Dabei lag Tommys
Augenmerk auf der Produktion, mein Schwerpunkt mehr auf dem kreativen
Part, wobei auch Tommy vier Songs für das neue Album geschrieben
hat. Die Songs auf »Ultimate Darkness« sind ja relativ alt, von 2000. Warum bannt ihr sie jetzt erst auf Platte? Das »eigentliche« Album (zwölf Songs) haben wir zwischen Juli und August 2004 geschrieben, lediglich die beiliegende Bonus-CD besteht aus unreleased Tracks, die teilweise bis ins Jahr 1997 zurückreichen. Ah, verstehe! Hat »Ultimate Darkness« ein Konzept oder zumindest einen roten Faden, der sich durch das ganze Album zieht? Welche Themen beinhaltet dieses Album? Textlich geht es um alles, was mit dem Thema Dunkelheit im
realen Sinne zu tun hat. Also nicht abstrakte Themen wie Mythen usw.,
sondern um all die Dinge, die jeder Mensch in seinem Alltag wegstecken
muss. Zerbrochene Beziehungen, Werteverlust in unserer westlichen
Gesellschaft, dazu deren Oberflächlichkeit, menschliche Schwächen wie
Egoismus, Engstirnigkeit, Zerstörung der Natur usw. Sehr tiefgründig also und genau das, was man sich von den Bands wünscht, die man hört ... Sag mal, wer hat(te) welches Sideproject am Start und vor allen Dingen warum? Seid ihr nicht genug ausgelastet mit Darkseed? Sollte man sich nicht nur auf eine Band konzentrieren, um mit dieser voranzukommen? Prinzipiell hast du Recht. Man sollte sich auf eine Band
konzentrieren, um diese nach vorne zu bringen. Ausgelastet sind wir
durchaus, allerdings brauche ich bei der ganzen Dunkelheit auch mal Licht
zwischendurch. Daher mache ich mindestens einmal alle zwei Jahre ein
ethnisch angehauchtes Projekt. Mein letztes war Shiva In Exile, eigentlich
eine reine Home-Produktion, aber dennoch hat es zu »Bestes New Age/World
Album 2004« beim Just Plain Folks Music Award gereicht. Warum hast Du Dir eine einjährige Auszeit gegönnt? Nach zehn Jahren Metal, davon acht Jahre mit CD-Releases, war
die Luft einfach raus. Der Aufwand war viel höher als das, was es mir
gebracht hat, daher habe ich beschlossen, einem normalen Job nachzugehen.
Ich habe diese Zeit wirklich genossen und bin nun bei der goldenen Mitte
gelandet, also halb Musiker, halb PC-Spiele-Business. Man kann somit
wunderbar jeweils von der anderen Hälfte abschalten und hat den Kopf frei.
Nur Computerspiele bzw. nur Musik machen würde mir sicherlich wieder den
Spaß nehmen. Klingt logisch ... Was passierte in der Zwischenzeit mit Darkseed? Vor meinem Ausstieg waren wir zu dritt, nach meinem Abgang haben Tommy und Tom ein komplett neues Line-Up zusammengestellt, daher sind Martin (Bass) und Armin (Keyboards) in der Band. Leider waren die musikalischen Ergebnisse zu weit von Darkseed weg, weswegen in der Zeit kein Album entstanden ist. Am Ende meiner Pause war wirklich wieder Energie da, daher musste es einfach wieder zu einer Zusammenarbeit kommen und ich bin wieder eingestiegen. Obwohl es wirklich nicht geplant war. Es war eine Entscheidung, die innerhalb von wenigen Tagen getroffen wurde. Das hört sich auf jeden Fall nach Kreativität und Arbeitsdrang an und ich freue mich auf eine Tour nach dem Album, bei der ich Eure Energie spüren werde! Vielen lieben Dank für Deine Zeit! Auf der Homepage http://www.darkseed.com/ könnt ihr sieben Samples des neuen Albums »Ultimate Darkness« schon einmal vorab hören, u. a. auch den Titeltrack zum PC-Spiel »The Fall« (Silverstyle Entertainment/Koch Media). Das Interview wurde mit Stefan Hertrich (Vocals) geführt.
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