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Darkseed sind eine der großen
Institutionen im deutschen Gothic-Lager. Dabei haben sie mit
Träller-Elsen vom Schlage einer Amy Lee aber auch gar nix zu
tun. Darkseed bringen, wie ihr neuer Album-Titel treffend
beschreibt, die Dunkelheit in die Gothik: tiefer gestimmte
Gitarren treffen auf Stefan Hertrichs düstere, schneidende
Gesänge, die alles niedermachen, was nicht aus dem Weg geht.
Dabei wechseln sich regelmäßig auch mitten in den einzelnen
Songs englische und deutsche Textpassagen ab, was dem ganzen
einen weiteren exotischen Touch gibt. Eine kluge Wahl
allerdings, die Sprachen zu mischen, so hält man sich sowohl
von Rammstein-Vergleichen als auch Verweisen auf Oomph!, die
musikalisch beide durchaus zitiert werden könnten, möglichst
fern. Als große graue Eminenzen im Hintergrund wären hier wohl
eher die Sisters Of Mercy zu Wayne-Hussey-Zeiten anzuführen –
aber mit aggressiverem Gesang und sägenden Gitarren. Die
elektronischen Elemente, die auch Boss Hertrich beisteuert,
werden dankenswerterweise sparsam und damit um so
wirkungsvoller eingesetzt – die Härte wird dadurch nicht
gemildert, sondern eher noch betont. Wenig Platz ist hier
auch für melancholisches Düster-Rumgehänge: die Drums schaffen
in fast allen Songs einen treibenden Groove, der gnadenlos
nach vorne peitscht. Damit ergibt sich ein pechschwarzer, aber
nicht introvertierter, sondern mitreißender Stampf-Sound – das
würde sogar Darkseid, dem Herren von Apokolips, gefallen (wo
sind die Suppenmann-Leser?) (Apokolips? Kämpfen die X-Men
nicht gegen den? Zumindest in der TV-Serie - Lord Obirah). Als
Anspieltipp geeignet: der Opener "Disbeliever" und auch der
Titeltrack, beides echte Knaller! Eine reife Leistung, mit der
Darkseed vor allem auch Live die Tanzböden zum Zittern bringen
dürften. Die CD kommt übrigens als Special Edition mit einer
Bonus-CD, auf der noch elf weitere, bislang unveröffentlichte
Tracks zu hören sind. Holgi |